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Historischer Triumph in der Grünen Hölle

Mercedes-AMG Team Ravenol stürmt zum Gesamtsieg bei den 24h Nürburgring

Nach einem dramatischen Qualifying-Crash und einer spektakulären Aufholjagd erlösen Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin Mercedes-AMG mit dem ersten Eifel-Sieg seit zehn Jahren.

 

Das Mercedes-AMG Team Ravenol hat die 54. Auflage der ADAC RAVENOL 24h Nürburgring gewonnen. In einem der packendsten Rennen der jüngeren Geschichte krönte das Quartett der Startnummer 80 eine furiose Aufholjagd von Startplatz 25 mit dem prestigeträchtigen Gesamtsieg. Für die Marke mit dem Stern geht damit eine zehnjährige Durststrecke auf der legendären Nordschleife zu Ende.

Rückschlag im Qualifying und furiose Aufholjagd

Dabei glich der Weg zum Triumph einem echten Motorsport-Märchen. Nach der absoluten Bestzeit im ersten Qualifying am Donnerstag wendete sich das Blatt im Top-Qualifying am Freitag dramatisch. Ein heftiger Einschlag im Streckenabschnitt Hatzenbach zerstörte die hintere Radaufhängung des Ravenol-Mercedes komplett. In einer kräftezehrenden Nachtschicht bauten die Mechaniker den GT3-Boliden bis Mitternacht komplett neu auf. Die Belohnung folgte prompt: Nach der verpassten Zeitenjagd ging es zwar nur von Startplatz 25 ins Rennen, doch schon im Warm-up untermauerte der reparierte Bolide mit der Bestzeit seine Ambitionen.

Mit dem Erlöschen der Startampel am Samstagnachmittag blies das Team zur Attacke. Die Fahrer kämpften sich spektakulär durch das hochkarätige Feld der GT3-Fahrzeuge. Als am Abend eine typische Eifel-Regenfront über die Strecke zog, bewies die Strategie-Abteilung perfekt getaktetes Timing. Durch einen optimalen Reifenwechsel distanzierte das Team die Konkurrenz und übernahm gemeinsam mit dem Schwesterfahrzeug, der Startnummer 3, die Doppelspitze.

Souveräner Paarflug und spätes Drama

Es folgte ein atemberaubender und kontrollierter Paarflug durch die dunkle Nacht. Die beiden führenden Mercedes-AMG GT3 schenkten sich keinen Millimeter und lieferten sich packende Positionskämpfe, darunter ein episches Rad-an-Rad-Duell in der Tiergarten-Senke zwischen Maro Engel und Max Verstappen. Gemeinsam kontrollierten die beiden Fahrzeuge das Tempo an der Spitze souverän, bis sich das Schwesterauto am Sonntagvormittag einen Vorsprung von über zwei Minuten herausarbeiten konnte.

Knapp dreieinhalb Stunden vor dem Fallen der Zielflagge schlug das Schicksal im eigenen Lager jedoch grausam zu. Das führende Fahrzeug mit der Startnummer 3 erlitt ohne Fremdeinwirkung einen technischen Defekt und musste den Traum vom Sieg begraben. Die Startnummer 80 übernahm die Spitzenposition und verwaltete den Vorsprung in der Schlussphase fehlerfrei. Auch ein plötzlicher Regenschauer im finalen Umlauf konnte Schlussfahrer Maro Engel nicht mehr stoppen. Nach 24 Stunden voller Extreme überquerte er die Ziellinie als emotionaler Gesamtsieger.

Die Stimmen der frischgebackenen Nürburgring-Sieger

Nach dem Rennen ließen die frischgebackenen Sieger ihren Emotionen freien Lauf. Für Luca Stolz fiel mit der Zieldurchfahrt eine zentnerschwere Last ab: „Gott sei Dank ist der Druck jetzt weg! Nach zehn Jahren stehen wir mit Mercedes-AMG wieder ganz oben auf dem Treppchen am Nürburgring. Wir wussten alle die gesamte Zeit über, dass wir absolut das Zeug dazu haben. Heute ist einfach ein genialer Tag für uns alle.“ Sein Teamkollege Fabian Schiller blickte derweil auf die erfolgreiche Taktik zurück und erklärte: „Wir sind von Platz 25 gestartet, was natürlich nicht optimal war, aber beim 24h-Rennen geht es eben nicht nur um den Startplatz. Als ich ins Auto gestiegen bin, setzte der Regen ein – und wir haben als Team eine goldrichtige Reifenentscheidung getroffen. Von da an sind wir ein absolut sauberes Rennen gefahren, haben uns aus allem erfolgreich herausgehalten und den Sieg souverän nach Hause gebracht.“

Schlussfahrer Maro Engel, der den Boliden durch das dramatische Regenfinale steuerte, stellte vor allem die Leistung der Crew im Hintergrund heraus: „Das war am Ende wirklich nicht das Wetter, das ich mir für die letzte halbe Stunde gewünscht hätte, aber das ist eben der Nürburgring. Ein riesiges Dankeschön gilt der gesamten Mannschaft, die das Auto nach meinem Fehler im Qualifying in einer echten Nachtschicht wieder perfekt vorbereitet hat.“ Gleichzeitig dachte er an die glücklosen Kollegen des Schwesterautos: „Es tut mir unendlich leid für die Jungs – beide AMG waren verdammt schnell. Nach zehn Jahren sind wir endlich wieder ganz oben. Wir haben so lange dafür gekämpft.“ Ein ganz persönliches Lebensziel ging schließlich für Maxime Martin in Erfüllung, der den historischen Familienerfolg emotional abrundete: „Ich war nun schon zum 15. Mal hier am Nürburgring am Start. Ich war in der Vergangenheit bereits dreimal bitterer Zweiter, aber jetzt habe ich es endlich geschafft. Ein absoluter Lebensraum ist für mich wahr geworden. Mein Vater hat dieses legendäre Rennen damals gewonnen, und jetzt ich auch. Es ist einfach fantastisch.“

Martin Huning, Director RAVENOL Motorsport, sagte: „Für uns als RAVENOL ist dieser Gesamtsieg ein absolut historischer Meilenstein und hochemotional. Es erfüllt uns mit Stolz, den Siegerpokal in den Händen zu halten. Was die gesamte Mannschaft nach dem schweren Rückschlag im Qualifying geleistet hat, zeigt den grandiosen Kampfgeist dieses Teams. Die Grüne Hölle hat uns an diesem Wochenende mit extremen Wetterwechseln und härtesten Bedingungen alles abverlangt. Ein unvergessliches Wochenende für RAVENOL und Mercedes-AMG!“